positive Psychologie

Die positive Psychologie ist eine exakte empirische Wissenschaft und hat nichts mit Esoterik der Sorte "positives Denken" gemeinsam. Dort vertretene Manipulationstechniken und Selbstsuggestionen werden entschieden abgelehnt. Es geht also nicht um "heile Welt" oder "es wird alles gut" Theorien. Als Begründer der positiven gilt der Psychologie Dr. Martin Seligman. Die positive Psychologie möchte von der "Defizitorientierung" zur "positiven Selbstwirksamkeit"gelangen. Das Ziel ist die Gewinnung und Beibehaltung einer positiven und konstruktiven Lebenseinstellung. Positive Psychologie ist das Gegenstück zur "Erlernten Hilflosigkeit". "Erlernte Hilflosigkeit" ist die Erwartung eines Menschen, bestimmte Situationen oder Sachverhalte nicht kontrollieren und beeinflussen zu können. Die Person fühlt sich als Spielball des als willkürlich erlebten Schicksals. Diese Einstellung wird durch die positive Psychologie überwunden. Menschen sollen fühlen und realisieren, dass sie viel bewirken können und nicht so hilflos und machtlos sind, wie sie ursprünglich gedacht haben.

Diese Emotionen sollen durch die positive Psychologie gestärkt werden:

  • Hoffnung
  • Dankbarkeit
  • Zuwendung
  • gelungene Freundschaften
  • positive Beziehungen
  • Liebe
  • Sinnhaftigkeit
  • Selbstwirksamkeit erhöhen
  • Vertrauen 

allgemeine Handlungsratschläge

  • behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest - Konfuzius
  • Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg’ auch keinem andern zu. - die Bibel, Tobias 4:16  
  • Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, also tut ihnen auch - die Bibel, Lukas 6:31

 

Video - Die Grundlagen der positiven Psychologie

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Glücksforschung - Kann man glücklich sein erlernen?

Die Glücksforschung hat grundsätzlich die Maximierung des menschlichen Glücks zum Ziel. Auf welche Art und Weise kann das subjektive Glücksempfinden möglichst langfristig und dauerhaft gesteigert werden? Zahlreiche prominente Psychologen, Fachärzte und religöse Instanzen aus aller Welt gehen dieser Frage seit vielen Jahren nach. Wissenschaftler sind zu dem Schluss gekommen, dass jeder Mensch zumindest zum Teil sein persönliches Glück beeinflussen kann. Das immer noch gerne verwendete Sprichwort "jeder ist seines Glückes" ist so aber nicht zu halten. Zu viele Menschen kommen mit sehr schlechten Startbedingungen auf die Welt. Unter oder- Mangelernährung, keine oder eingeschränkte Teilhabe am Bildungssystem, Unterdrückung, Krankheit oder fehlende Gleichberechtigung, um nur einige Schlagworte zu nennen. Der Soziologe Gerhard Schulze unterscheidet deshalb auch zwischen zwei Arten von Glück.

  • Stufe 1: Glück als Freiheit von Leid und Mangel (Voraussetzung für die Stufe 2)
  • Stufe 2: das schöne Leben, welches durch aktive Gestaltung des Lebens erfahren wird.
Auch die Neurobiologie interessiert sich für Emotionen wie Freude, Begeisterung, Mitgefühl, Zuversicht und Gelassenheit, welche mit Glück in Zusammenhang gebracht werden. Der amerikanische Forscher Richard Davidson hat sich in verschiedenen Publikationen damit auseinandergesetzt, wie Emotionen auf das menschliche Gehirn wirken und wie wir diese Emotionen beeinflussen können. Durch eine dauerhafte Verhaltensänderung eines Individuums scheint sich auch dessen Gehirn zu verändern. Davidson geht nun der Frage nach, welche Emotionen sich besonders günstig auf das Gehirn auswirken. Diese Emotionen gilt es dann in der Folge zu kultivieren. Diesen Ansatz verfolgt auch der Biologe und buddhistische Mönch Matthieu Ricard. Glück sei kein Zufall, sondern jeder kann es erlernen«, meint Matthieu Ricard. Es entsteht, wissenschaftlich messbar, aus einem inneren Gleichgewicht von Körper und Geist. Es ist das Resultat eines Reifungsprozesses, der ganz allein von jedem Menschen selbst abhängt. Dazu gehört auch, sich von der Macht negativer Emotionen wie Hass, Neid, Verlangen und Ich-Bezogenheit zu befreien und sich stattdessen von Mitgefühl, Demut und Güte leiten zu lassen, um im Einklang mit sich und der Welt zu leben. Dieser innere Zustand, der nicht von äußeren Umständen abhängig ist, sei der Schlüssel zu lebenslangem, tief empfundenem Glück. Ricard rät daher die Meditation dauerhaft in das Leben zu integrieren. Auch Ökonomen untersuchen und erforschen das Thema Glück. Sie sind der Meinung, dass Wohlstand bis zu einer Gewissen Grenze das Glück im Leben erhöhen kann. Nach dieser Grenze steigt die Zufriedenheit nicht mehr proportional mit dem Einkommen an, sondern stagniert. Die Einfache Formel "finanzieller Wohlstand = Glück" gilt also nur bis zu einem gewissen Grad. Geld alleine macht also definitiv nicht glücklich. Vielmehr führen enge Freundschaften und zwischenmenschliche Beziehungen zu mehr Zufriedenheit. Auch Musik hat einen Einfluss auf unsere Stimmungen.
 
Das zeigen auch neueste Forschungen bei denen die Gehirnströme Musik hörender Menschen in einem Gehirnspintomographen untersucht wurden. Die Bilder zeigen, dass sowohl positive als auch negative Emotionen durch Musik verstärkt werden können. Traurige Lieder lassen und mitfühlen und nachdenklich werden, durch schnelle Stücke erhöht sich unser Herzschlag. Langsame Musik verlangsamt unseren Herzschlag hingegen und führt zu einer Beruhigung und Entspannung. Wir haben also durch die Auswahl der Musikart die Möglichkeit, unsere Stimmung nach unserem Wunsch zu verändern.

 

wirksame Methoden um auf Dauer das Lebensglück zu erhöhen:

  • dauerhafte Befreiung von negativen Emotionen durch Meditation
  • positive Emotionen wie Mitgefühl, Demut und Güte kultivieren (im Handeln und durch Vorstellungsübungen)
  • gute Work Live Balance
  • reichlich Bewegung
  • Gemeinschaft erfahren 
  • Entspannungsübungen 
  • Achtsamkeitstraining
  • Reduzierung des Neides
  • Konzentration nicht ausschließlich auf materielle Dinge
  • Suche nach neuen Herausforderungen, die auch bewältigt werden können
  • enge zwischenmenschliche Beziehungen
  • nach einem anstrengenden Arbeitstag entspannende Musik hören (z.B. Reggae oder Mozart)

 

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Video - Dr. Eckart von Hirschhausen - Glück kommt selten allein!